Nadine Eberle

Reise nach Zambia

Im Mai reiste unsere Afrika-Expertin Nadine Eberle auf einer Flugsafari durch drei Regionen Zambias – von den mystischen Busanga Plains im Kafue Nationalpark über die Flusslandschaften des Lower Zambezi bis zum tierreichen South Luangwa. Begeistert von Natur, Ruhe und intensiven Safari-Erlebnissen teilt sie hier ihre Eindrücke. Lassen Sie sich inspirieren vom wilden Herz Afrikas!

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Zambia - Safari abseits der Massen

Busanga Plains – Exklusives Safari-Erlebnis im Kafue 

Schon beim Anflug im kleinen 4-Plätzer-Flugzeug beginnt das Abenteuer: Wir landen auf einer holprigen Graspiste mitten im Busch, wo uns unser Guide mit einem breiten Lächeln begrüsst. Lange habe ich davon geträumt – und nun ist es endlich Realität: Wir verbringen drei Nächte in einem der spektakulären Vogelnester von Chisa Busanga, hoch oben in luftiger Höhe mit Blick auf die endlosen Weiten der Busanga Plains.

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Der Kafue Nationalpark, einer der grössten und ursprünglichsten Parks Afrikas, empfängt uns in sattem Grün. Die Regenzeit ist gerade erst vorbei – überall steht das Gras noch hoch, das Wasser glitzert in kleinen Seen und Sümpfen, und die Tiere wirken stark und wohlgenährt. Mit unserem erfahrenen Guide erkunden wir die Gegend auf spannenden Pirschfahrten – teils sogar im geräuschlosen Elektrofahrzeug. Besonders in diesen ersten Tagen der Saison erleben wir das grosse Privileg, den Park fast für uns allein zu haben: Die anderen Camps öffnen erst in den nächsten Tagen.

Während in anderen Teilen Afrikas oft Impalas dominieren, sind es hier die Letschwe-Antilopen, die das Bild prägen. In eleganten, hohen Sprüngen durchqueren sie die flachen Gewässer – ein faszinierender Anblick, dem ich stundenlang zusehen könnte.

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Ein unvergessliches Highlight erwartet uns an einem Nachmittag: In dichten Büschen entdecken wir ein Löwenrudel mit 18 Tieren – vom tapsigen Jungtier bis zum majestätischen Männchen. Stundenlang beobachten wir das Familienleben – Spielen, Räkeln, Dösen – ganz für uns allein. Erst mit der untergehenden Sonne machen sich die Löwen langsam auf den Weg in die Nacht.

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Noch magischer wird es am nächsten Morgen: Über dem Sumpf liegt dichter Nebel, der sich langsam im goldenen Licht der aufgehenden Sonne auflöst. Die Silhouetten der Letschwe-Antilopen im Vordergrund, der sanfte Dunst in der Luft – ein Moment von stiller, fast mystischer Schönheit. Im Juni, wenn es kälter wird, muss das Schauspiel noch spektakulärer sein. 

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Auch für Vogelbeobachter – und solche, die es (noch) nicht sind – bietet Busanga eine beeindruckende Artenvielfalt. Selbst ich, keine passionierte „Birderin“, war schwer beeindruckt von der Farbenpracht und Fülle an Vogelarten.

Zum Abschluss überrascht uns der Park noch mit einem ganz besonderen Geschenk: Auf dem Rückweg zur Flugpiste entdecken wir ein Rudel von 15 Wildhunden – ein seltener und unglaublich spannender Anblick, der dieses Safari-Erlebnis perfekt abrundet.

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Chisa Busanga hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Die innovativen „Nest-Zimmer“ bieten ein einmaliges Übernachtungserlebnis mit spektakulärer Aussicht, und auch der Service, das Essen und die Atmosphäre im Camp sind schlicht erstklassig. Auch die Region der Busanga Plains hat uns in den Bann gezogen – hier waren wir ganz sicher nicht zum letzten Mal.

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Lower Zambezi Nationalpark - Naturvielfalt zwischen Bergen und Fluss

Von Lusaka aus fliegen wir weiter in den Lower Zambezi Nationalpark – und bereits der Anflug ist spektakulär. Über die Berge hinweg nähern wir uns dem mächtigen Zambezi-Fluss, der in der untergehenden Sonne glitzert. Noch bevor das Flugzeug auf der Piste landet, entdecken wir aus der Luft die ersten Elefanten. Ein perfekter Empfang!

Da es bereits dämmert, bringt uns unser Guide direkt zum Camp, das malerisch am Ufer des Zambezi liegt. In den nächsten drei Nächten übernachten wir in rustikalen Buschcamps, die mit ihrer Einfachheit und Nähe zur Natur verzaubern. Unsere Zeltzimmer bestehen lediglich aus einem Bett, umgeben von einem würfelförmigen Moskitonetz; das Badezimmer ist offen und vermittelt echtes Wildnis-Feeling. Nachts grunzen Flusspferde direkt neben unserem Zelt, und aus der Ferne klingt das Brüllen der Löwen durch die Dunkelheit – eine Safari mit allen Sinnen.

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Der Park selbst zeigt sich von seiner schönsten Seite: Auf Pirschfahrten, Bootstouren, Bush Walks und einer eindrücklichen Kanu-Exkursion erleben wir die Vielfalt dieser Region hautnah. Sanft dringen Sonnenstrahlen durch die dichten Wälder, das Licht spielt auf der Wasseroberfläche und im Hintergrund zeichnen sich die Berge des Zambezi Escarpments ab – eine fast märchenhafte Kulisse. Es ist sofort verständlich, weshalb der Lower Zambezi als einer der landschaftlich schönsten Parks in Zambia gilt.

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Ein ganz besonderes Abenteuer erwartet uns auf dem Wasser: Die Kanu-Tour. Anfangs erinnern wir uns an die ruhigen Mokoro-Ausflüge in Botswana – doch dieses Erlebnis ist eine ganz andere Liga. Plötzlich befinden wir uns auf Augenhöhe mit riesigen Hippos, die nur wenige Meter entfernt auftauchen. Ein leicht wackelndes Kanu, trübes Wasser und ein lautes Schnauben – das Adrenalin schiesst hoch. Auch die Krokodile in den engen Kanälen wirken riesig. Wir verhalten uns mucksmäuschenstill, froh darüber, dass erfahrene Guides uns sicher durch dieses Abenteuer manövrieren. Eine Mischung aus Nervenkitzel und Faszination – und definitiv ein Erlebnis, das wir nie vergessen werden.

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Nach diesen intensiven Tagen wechseln wir für zwei Nächte in eine luxuriösere Lodge – ein Kontrastprogramm auf höchstem Niveau. Hier fehlt es an nichts: riesige Suiten mit privatem Pool, Wine Pairing schon zum Lunch, ein Spa-Bereich – und Service der Extraklasse. Die Mahlzeiten werden wie in einem echten Gourmetrestaurant angerichtet. Mein persönliches Luxus-Highlight? Ein Cappuccino to go zum Start der morgendlichen Pirschfahrt – kleine Freuden mit grosser Wirkung. ????

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Doch auch inmitten dieses Komforts bleibt das Safari-Erlebnis zentral: Wir erleben dramatische Szenen in einem Löwenrudel, das ein Weibchen mit ihrem Jungen verstösst, beobachten Wildhunde bei einem Jagdversuch und sehen Elefanten, die den breiten Zambezi durchqueren.

Der Lower Zambezi Nationalpark hat uns mit seiner ungezähmten Schönheit, emotionalen Begegnungen und überraschenden Kontrasten begeistert.

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South Luangwa Nationalpark – Land der Leoparden und Giraffen

Mit einem grösseren Kleinflugzeug geht es weiter in den Osten Zambias – nach Mfuwe, dem Tor zum South Luangwa Nationalpark. Der Flughafen ist grösser als erwartet, die Infrastruktur modern und die geschäftige Atmosphäre mit vielen Menschen wirkt fast fremd nach den Tagen in den abgelegenen Buschcamps. Auf dem Weg zu unserem Camp fahren wir durch die überraschend grosse Ortschaft und werfen einen kurzen, aber eindrücklichen Blick in das tägliche Leben der lokalen Bevölkerung – eine willkommene Abwechslung nach so viel Natur.

Die nächsten vier Nächte verbringen wir in verschiedenen authentischen, rustikalen Bushcamps im Süden des Parks – stets begleitet von unserem privaten Guide und einem erfahrenen Parkranger. Durch die Begleitung des Parkranger haben wir jederzeit die Möglichkeit, das Fahrzeug zu verlassen und den Busch zu Fuss zu erkunden. Unser erstes Camp ist vorne komplett offen – nachts nur durch einen Vorhang und ein Gitter geschützt – ein echtes Eintauchen in die Wildnis. Geräusche der Natur werden zur Kulisse jeder Nacht.

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Im South Luangwa verfolgen wir ein klares Ziel: Wir wollen endlich einen Leoparden sehen! Bisher hatte sich diese Katze gut vor uns verborgen – kein Wunder bei dem hohen Gras. Doch unser Guide, ein echter Profi, kennt den Park wie seine Westentasche. Er weiss genau, welche Plätze bevorzugt werden, welche Zeichen auf frische Spuren hindeuten und wie man einen Leoparden aufspürt. Und tatsächlich: Nicht lange, nachdem wir gezielt eine bestimmte Gegend ansteuern, entdecken wir einen wunderschönen Leoparden auf einem mächtigen Ast liegend. In den darauffolgenden Tagen begegnen wir gleich drei weiteren Leoparden.

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Auch Giraffen, die in Zambia nur in wenigen Parks vorkommen, können wir hier beobachten. Majestätisch ziehen sie durch die Buschsavanne – ein weiteres Puzzleteil, das unsere Safari komplett macht.

Ein besonderes Erlebnis im South Luangwa ist die Walking Safari. Zu Fuss wird der Busch noch intensiver erlebbar: Jede Spur, jedes Geräusch, jede Bewegung wird bewusster wahrgenommen. Die Geschwindigkeit verlangsamt sich, der Blick wird feiner. Es ist eine Erfahrung voller Ehrfurcht und Achtsamkeit.

Obwohl der South Luangwa als bekanntester Nationalpark Zambias gilt, begegnen wir während unseres Aufenthalts in dieser Region kaum anderen Fahrzeugen. Das liegt vermutlich teilweise an der frühen Saison – doch selbst in der Hochsaison bleibt es in diesem Teil des Parks vergleichsweise ruhig.

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Eines meiner ganz persönlichen Highlights spielt sich am letzten Abend ab: Ein Überraschungs-Sundowner mitten in einem flachen Flussbett. Die Mitarbeiter des Camps haben Stühle und eine kleine Bar direkt im Wasser aufgestellt. Barfuss, mit einem Gin Tonic in der Hand und dem Blick auf den Sonnenuntergang gerichtet, verabschieden wir uns von South Luangwa – einem Ort, der mit leisen Tönen, grosser Wildnis und unvergesslichen Begegnungen tief beeindruckt.

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Fazit:

Unsere Reise durch Zambia war mehr als eine Safari – sie war ein Eintauchen in die Ursprünglichkeit Afrikas. Jeder Nationalpark hat uns auf seine eigene Art begeistert: Die mystische Stille der Busanga Plains, das intensive Naturerlebnis in Lower Zambezi und die spannenden Begegnungen im South Luangwa.

Ob im offenen Zelt, im Kanu zwischen Hippos oder barfuss im Fluss beim Sundowner – Zambia hat uns immer wieder überrascht, bewegt und tief beeindruckt.

Für mich steht fest: Zambia ist eines der letzten grossen Safari-Geheimnisse Afrikas und absolut eine Reise wert.

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Nadine Eberle

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Mai 2025